Die 40-jährige Geschichte von Micro Focus ist teils Erzählung, teils Legende und teils Märchen.

Und wie jede gute Geschichte wurde sie hier und da sicherlich ein wenig ausgeschmückt. Dennoch zeugt sie ohne Zweifel von großen Erfolgen, enormen Herausforderungen und hartnäckiger Entschlossenheit, unglaublicher Unerschrockenheit und kalkulierten Risiken. Dabei spielen in jedem Kapitel auch die Beiträge jener schillernder Menschen eine Rolle, die unserer Geschichte Flair, Facettenreichtum und Tiefe verleihen. In anderen Worten, eine äußerst unterhaltsame und lesenswerte Geschichte.

Die goldenen Anfangsjahre

1976-1986

Der Einbruch

1987-1999

Auferstehung und Wachstum mit Ansage

2005-2015

Unsere glänzende Zukunft

2016-

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1977 konnte Micro Focus den ersten Vertrag mit einem Originalgerätehersteller (OEM) abschließen. Dataskil, eine Softwaresparte von ICL, beauftragte uns mit der Entwicklung eines COBOL-Compilers für einen der frühen Mikrocomputer von Singer. Compiler-Programme, mit denen Quellcode aus einer Programmiersprache in Maschinencode übersetzt wird, waren damals sperrig und zu groß für einen einzelnen Computer. COBOL spielte eine bedeutende Rolle für die schnelle Vergrößerung des Unternehmens in diesem Jahr und war ein entscheidender Meilenstein auf dem Weg, auf dem wir uns heute befinden.

Bis Mitte des Jahres 1984 war Micro Focus von einem privat geführten Unternehmen mit 70 Mitarbeitern zu einer börsennotierten Aktiengesellschaft mit 220 Mitarbeitern und einem weltweiten Kundenstamm herangereift. Und das war erst der Anfang. Wir eröffneten Niederlassungen in München und Washington, zogen in größere Büros in Philadelphia und erweiterten unsere Geschäftstätigkeit auf den japanischen Markt. Der Kauf von Softwright war der Startschuss für die nun folgende Übernahmewelle. Zudem brachten wir Professional COBOL auf den Markt.

Und wie es für ein florierendes IT-Unternehmen in der damaligen Zeit unerlässlich war, gehörten eine Flotte von Firmenwagen mit Chauffeur, ein Helikopter und zwei Piloten zur Grundausstattung für das Unternehmen und die Mitarbeiter gleichermaßen. Es war eine Zeit sagenhaften unternehmerischen Erfolgs und überschäumenden Luxus. Dieser Höhenflug hielt jedoch nicht ewig an.

Es sollte der Beginn einiger dunkler Tage, wenn nicht gar Jahre sein. 1989 verlagerte sich der Schwerpunkt des Unternehmens nach Kalifornien, und Brain, Paul und Stewart wechselten sich mit der Leitung des neuen Büros in Palo Alto ab. Bald machten Gerüchte die Runde und die Mitarbeiter fühlten sich abgeschoben und im Stich gelassen. Doch die Show musste weitergehen.

XDB Systems, Stingray Software, Innovative Solutions Inc, Burl und Creative Systems Interface – eine Übernahme jagte die nächste.

In der Folge kam es zu einer Reihe von Führungswechseln mit abwechselnd brillanten und leidvollen Neubesetzungen. Für Micro Focus brachen schwierige Zeiten an. Die langjährige Unternehmenskultur familiärer Werte und gemeinsamer Leidenschaft wurde ausgelöscht. Leider, jedoch nicht überraschend, verschwand Micro Focus im Februar 1999 von der Bildfläche und erhielt mit der Verschmelzung zur neu gegründeten Marke Merant eine neue Unternehmensidentität.

Trotz dieser schmachvollen Umstände und der düsteren Zukunftsaussichten waren bei Merant jedoch Planungen im Gange, um Micro Focus zu neuem Glanz zu verhelfen.

Innerhalb von nur vier Jahren gelang uns der zweite Börsengang, diesmal als Micro Focus International plc. Tony Hill, der nach der Übernahme die Position des CEO übernommen hatte, und Richard Lloyd, der CFO, läuteten im Namen des Unternehmens die Glocke an der Londoner Börse.

Wir setzten unsere Expansion fort und investierten in Orbix, die in Unternehmen weltweit am stärksten verbreitete CORBA-Lösung. Dadurch hielten die Produkte von Micro Focus Einzug in die geschäftskritischen IT-Systeme von drei Viertel der weltweit größten Finanzinstitute. Zudem konnten wir uns so auf dem Markt für IT-Supportservices in der Finanzbranche etablieren.

Bei allen von Micro Focus bis dato durchgeführten Fusionen und Übernahmen war es jedoch die Übernahme von The Attachment Group (TAG) im Jahr 2014, die einen echten Wandel bewirkte. Durch die Übernahme von TAG wurde das marktführende Portfolio unternehmensgerechter IT-Lösungen von Micro Focus um die Marken Attachmate, Novell, NetIQ und SUSE sowie um 3.300 Mitarbeiter mit umfangreichem Fachwissen zu ihrer Branche erweitert.

2016 übernahmen wir das Unternehmen Serena, das Pionierarbeit für in unternehmensgerechten DevOps-Lösungen notwendige Prozesse und Technologien geleistet hat. Durch die Übernahme konnten wir uns in einem weiteren wichtigen Branchensektor etablieren und feierten ein Wiedersehen mit vielen Mitarbeitern und Technologien von Serena, das als Spin-Out-Unternehmen aus der Auflösung von Merant hervorgegangen war. Stephen Murdoch, der seit 2014 COO bei Micro Focus gewesen war, wurde zum CEO ernannt. Zur gleichen Zeit übernahm Nils Brauckmann den Posten des CEO des nun hochspezialisierten SUSE Unternehmens. Beide wurden im Februar Mitglieder im Vorstand von Micro Focus.

Es folgten einige arbeitsreiche Monate. Im September 2016 kündigten wir die geplante Übernahme der Softwaresparte von HP Enterprise (HPE) für rund 8,8 Mrd. US-Dollar an. Vorbehaltlich der üblichen Abschlussbedingungen wird das Geschäft voraussichtlich im 3. Quartal 2017 unter Dach und Fach gebracht. Am Ende des gleichen Monats übernahmen wir zudem GWAVA, Inc. und begrüßten damit in unserer Unternehmensfamilie einen der weltweit führenden Anbieter von unternehmensgerechten Lösungen für die Archivierung von Daten.

Bislang eine unglaublich bemerkenswerte Reise. Wir leben in einer schnelllebigen Welt, in der Veränderung die einzige Konstante ist. Unabhängig von der Art und Weise, wie sie Teil der Micro Focus Familie wurden, haben alle unsere Mitarbeiter und Technologien vier Jahrzehnte voller Veränderungen erlebt, gefördert und selbst erfahren. Auch wenn es in unserem Unternehmen auf dem Papier um die Bereitstellung innovativer Technologielösungen geht, stehen in Wahrheit die Menschen im Mittelpunkt.

Deshalb möchten wir an dieser Stelle unseren aufrichtigen und herzlichen Dank an alle richten, die ihren Beitrag zu der eindrucksvollen Geschichte von Micro Focus geleistet haben.