Micro Focus
Generali France

Generali France
Anwenderbericht

Die Versicherungsgruppe Generali France hat ihren Anwendungsbereitstellungsprozess automatisiert, um mehr Flexibilität, eine bessere Leistung und mehr Sicherheit zu erhalten.

„Wir hatten drei Ziele: eine Verringerung der Freigabekomplexität, sodass sie mit nur wenigen Klicks durchgeführt werden kann, eine Verkürzung der Bereitstellungszyklen und die Einhaltung der neuen Vorschriften.“

CYRIL THENON
Leiter des Performance and Industrialisation Skill Centre
Generali France

Auf einen Blick

Branche

Versicherung

Standort

Frankreich

Ergebnisse

  • Bedeutende Verringerung der menschlichen Fehler und Steigerung der Qualität
  • Einhaltung der Audit-Anforderungen
  • Höhere Effizienz der Validierungsphase und so Erhöhung der Releasequalität

Überblick

Es gibt kaum eine Aufgabe, die beschwerlicher für die IT-Abteilung ist, als ein manuell durchgeführtes Anwendungsversionsmanagement. Der Prozess hat vier Nachteile: Er ist extrem zeitaufwendig; er ist teuer; er wird immer komplexer, je größer das Unternehmen ist; und er ist mit Risiken verbunden, da er zu menschlichen Fehlern und dem Verlust der Versionskontrolle führen kann. Dies kann unter Umständen katastrophale Folgen für die Betriebsleistung und das Image eines Unternehmens haben.

Melinda-Carol Ballou, Analystin bei IDC, bemerkt: „Zu einer Zeit, in der die Agile-Entwicklung immer wichtiger für Unternehmen wird, kann die Anwendungsbereitstellung einen Engpass darstellen. Sie bremst den Freigabeprozess zu einem Zeitpunkt, an dem die Sektoren die Anwendungen dringend für die Unternehmensentwicklung benötigen.“

Herausforderung

Generali musste die Freigabekomplexität verringern, Bereitstellungen beschleunigen und den Bereitstellungszyklus verkürzen.

Lösung

Die Lösung? Standardisieren und automatisieren. Diesen Ansatz verfolgt die Generali Gruppe, der führende Lebensversicherer Europas, mit mehr als sechs Millionen Versicherten. Darüber hinaus ist Generali mit 10.000 Angestellten und Generalvertretern die zweitgrößte Versicherungsgruppe Frankreichs. „Wir hatten drei Ziele: eine Verringerung der Freigabekomplexität, sodass diese mit nur wenigen Klicks durchgeführt werden kann, eine Verkürzung der Bereitstellungszyklen und die Einhaltung der neuen Vorschriften“, erklärte Cyril Thenon, Leiter des „Performance and Industrialisation Skill Centre“ der „Production and Services“-Abteilung von Generali France. Besonders wichtig sei es, dass das Bereitstellungs-Reporting die Anforderungen der FARG-Audits (Financial Accounting Risk Governance) und der internen Initiativen der Generali Gruppe erfüllt, um den höheren Rückverfolgbarkeitsansprüchen zu genügen.

Der Anwendungsbereitstellungskalender von Generali ist mit durchschnittlich 120 Anwendungsänderungen, 200 Produktionsbereitstellungen für den Mainframe und 190 Produktionsbereitstellungen für verteilte Umgebungen pro Monat extrem aktiv. Hinzu kommen mehrere Tausend Batchverarbeitungsläufe. Generali France verwaltet 470 Anwendungen, darunter 120 Schlüssel- und 85 kritische Anwendungen. Da das Anwendungsportfolio von Generali zu 80 Prozent aus internen Entwicklungen besteht, ist es besonders wichtig, die Bereitstellungen für eine höhere Effizienz zu automatisieren.

Das Projekt „Generali Release Deployment“ wurde 2011 mit zwei unterstützten Technologien (JBoss und WebSphere) gestartet. Im Laufe der kommenden Jahre wurde es nach und nach erweitert: 2012 durch webMethods und Sybase, 2013 durch Oracle, Datastage und Dollar Universe und 2014 durch SQL Server und Batchbereitstellungen. „Seit Juni 2014 werden alle Produktionsbereitstellungen mit Softwarelösungen von Micro Focus ausgeführt. Anforderungen können nun einfach, schnell und effizient bearbeitet werden“, merkt Cyril Thenon an.

Generali France hat die Micro Focus Softwareplattform implementiert, um die Versionslebenszyklus-Übergabe nach der Entwicklung zu verwalten. Generali arbeitet mit drei Softwarekomponenten von Micro Focus:

  • Micro Focus Business Manager für das Erstellen von Anforderungsmanagement- und Workflow-Orchestrierungsoberflächen mit integrierten Audit- und Reporting-Fähigkeiten.
  • Micro Focus Dimensions CM für die Verwaltung von „Vault“-Versionen, die Integrität garantieren und sicherstellen, dass Anwendungspakete in jeder Umgebung unverändert bleiben.
  • Micro Focus Deployment Automation für eine zentralisierte Automatisierung von Bereitstellungen über ein technisches Bereitstellungsprozessmodell.

„Serena Software (jetzt Teil von Micro Focus) ist im Vergleich zu unseren vorhandenen Prozessen eine stabile, einfach zu aktualisierende und offene Lösung. Dies war ein entscheidendes Kriterium für ihre Integration in unsere Umgebungen“, bestätigt Thenon.

Prozessautomatisierung bedeutet, dass komplexe Bereitstellungen in verschiedenen Umgebungen innerhalb des Unternehmens orchestriert werden können. Die Software bietet eine durchgängige grafische Darstellung und Visualisierung des Bereitstellungsprozesses. Durch wiederverwertbare Prozessmodelle können darüber hinaus neue Bereitstellungsprozesse einfacher konfiguriert werden.

Die „Vault“-Fähigkeit ist extrem wichtig, da sie die Integrität der Bereitstellung sicherstellt. Mit dieser Fähigkeit können alle Anwendungspakete zentralisiert gespeichert und die verschiedenen Versionen verwaltet werden. Vor allem können vorherige Versionen der Anwendung abgerufen oder einfach in neuen Anwendungsknoten bereitgestellt werden (z. B. beim Start einer Website).

Ein weiterer Vorteil der Software-Versionsbereitstellungslösung von Micro Focus ist ihre vor der Veröffentlichung stattfindende „Validierungsschleuse“1, die von Forschungsteams genutzt werden kann. „Für unsere Projektteams stellt dies einen echten Fortschritt bei der Agilität während dieser entscheidenden Phase zwischen Integration und Vorproduktion dar, in der die Qualität überwacht und menschliche Fehler vermieden werden müssen“, so Cyril Thenon. Die Herausforderung liegt darin, eine durchgängige Bereitstellungskontrolle sicherzustellen. Dies ist unerlässlich in Situationen, in denen es mehrere Stakeholder oder unterschiedliche, nebeneinander existierende Bereitstellungsmethoden gibt; in denen verschiedene Tools für verschiedene Technologien benötigt werden; oder in denen die Ergebnisse von Bereitstellungen aufgrund von riskanteren manuellen Bereitstellungen schwer identifizierbar sind.

Die „Validierungsschleuse“ dient als einzige Erfassungsstelle für alle Projektleistungen – unabhängig von der verwendeten Technologie. Die Teams erhalten ein Repository-Portal für die Validierung der Anwendungsleistungen. Pakete, die in das Repository eingestellt werden, werden überprüft, und es wird ein Bereitstellungsbericht erzeugt.

Ergebnisse

Diese einzigartige Releasemanagementlösung sorgt für eine höhere Flexibilität während des Prozesses, da nun in den Umgebungen nahezu kontinuierlich Bereitstellungen stattfinden können. Dies wird über ein „Drag-and-Run“-System mit der zusätzlichen Option, mehrere Bereitstellungen pro Tag durchzuführen (bei Generali zwischen Mittag und Mitternacht), ermöglicht. „Die Lösung hat den Bereitstellungsprozess optimiert und die Überwachung durch die Projektteams verbessert“, betont Thenon. „Dank der von ihr gebotenen Flexibilität können wir sie einfach an unsere Standards und Prozesse anpassen.“

Die Implementierung einer Releasemanagementlösung für Anwendungen führt nahezu sofort zu Investitionsrentabilität – mit einer beträchtlichen Hebelwirkung. Melinda-Carol Ballou, Analystin bei IDC, merkt an: „Achtzig Prozent der Softwarekosten fallen während der Freigabephase und nach der Bereitstellung an. Selbst kleinste Verbesserungen der Prozesseffizienz können während des Anwendungsverwaltungszyklus bereits zu einem beträchtlichen Nutzen führen.“

Cyril Thenon ist der Ansicht, dass die Automatisierung der Anwendungsbereitstellung drei eindeutige Vorteile mit sich bringt: „Erstens konnten wir die menschlichen Fehler beträchtlich reduzieren und unsere Qualitätsstandards einhalten. Zweitens steht der Bereitstellungsprozess voll und ganz im Einklang mit unseren Audit-Anforderungen: Er ist messbar, wiederholbar und auditierbar. Die Lösung von Serena Software (jetzt Teil von Micro Focus) liefert uns dank der Verwendung einer einzigen Erfassungsstelle umfangreiche Informationen zu allen Anwendungen, die in die Produktion übergehen. Drittens haben die Bereitstellungsteams schnell erkannt, dass dieser neue Prozess ihr Leben einfacher gestalten würde. Die technische Validierung ist viel effizienter und die Versionen haben eine viel höhere Qualität. Dies ermöglicht es uns, jedem berechtigten Mitarbeiter zu gestatten, Validierungs- und Vorproduktionsanwendungen einfach zu übertragen, da wir sicher sein können, dass keine Änderungen durchgeführt wurden.“

Cyril Thenon bietet für die Implementierung dieser Art des Releasemanagementansatzes verschiedene Best-Practice-Empfehlungen. „Teilen Sie das Projekt in Batches auf, und iterieren Sie gegebenenfalls. Stellen Sie Mitarbeiter mit profunden Entwicklungsfertigkeiten ein, und bringen Sie sie mit kompetenten Freiwilligen zusammen. Stellen Sie sicher, dass es früh im Projekt zu mindestens einem „schnellen Erfolg“ kommt. So sehen Ihre Teams den Nutzen des Projekt, und es hilft dabei, ihre Unterstützung zu gewinnen.“ Es gilt, zwei häufige Fallstricke zu vermeiden: „Dies wäre zum einen das Unterschätzen der Zeit, die es dauert, die Standards zu implementieren und die vorhandenen Strukturen zu bewerten, und zum anderen die Herausforderung, die optimale Granularität für die Anwendungspakete festzulegen.“

Die Industrialisierung und Automatisierung von Anwendungsbereitstellungen ist ein wichtiger Bestandteil und eine zentrale Phase bei der Einführung eines DevOps-basierten Ansatzes (Development and Operations, Entwicklung und Betrieb), der die Zusammenarbeit zwischen den Entwicklungs- und Releasemanagementteams verbessert. Mit DevOps wird ein orchestrierter Fluss von den Arbeitssektoren zur Entwicklung und zum Betrieb sichergestellt. Thenon erklärt: „Dies ist unser nächster Schritt, der es uns ermöglicht, direkt von Software Factory zu Micro Focus überzugehen, ohne dass wir den Quellcode bearbeiten müssen. Unser Ziel ist es, unseren Entwicklungs- und Produktionsteams das Leben noch einfacher zu machen.“